Bioakustisches Messnetz Sachsen


Neue Methoden für das Fledermaus-Monitoring in Sachsen

 

Wegen ihrer nächtlichen, sehr versteckten Lebensweise ist das Monitoring heimischer Fledermauspopulationen immer noch eine große Herausforderung. In Sachsen wird der Zustand momentan vor allem durch regelmäßige Zählungen in bekannten Sommer- und Winterquartieren erfasst. Auch wenn dabei zum Teil aufwändige Lichtschranken-Technik zum Einsatz kommt, bleibt der Stichprobenumfang dennoch relativ klein. Die komplexe Quartierökologie der Tiere mit teils sehr häufigem Wechsel des Tagesversteckes erschwert dabei die Ableitung echter Trends auf Naturraum- oder Bundesland-Ebene.

 

bioakustische Dauererfassungs-Standorte im regionalen Messnetz (Stand 2018)

 

Um die Erfassungsmethodik zu erweitern und damit Zustandsbeschreibungen in Zukunft belastbarer zu machen, arbeitet hochfrequent seit dem Jahr 2013 im Auftrag der Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen (BfUL), Fachbereich „Messnetz Naturschutz“ an einem Screening-Projekt zum Einsatz bioakustischer Methoden für das Fledermaus-Monitoring in Sachsen.

Die weitgehend automatisierte Erfassung und Analyse von Ultraschall-Ortungslauten der Fledermäuse hat sich in den vergangenen Jahren als eine Standardmethodik in der Freilandkartierung entwickelt. Fledermaus-Aktivitäten können heutzutage problemlos über Zeiträume von mehreren Monaten überwacht werden, um daraus Artenspektren, Nutzungsdichten und phänologische Aspekte zu untersuchen. Solche Daten könnten daher eine ideale Ergänzung zu den Ergebnissen aus den Fledermausquartieren sein.

Aufnahmegerät (rechts) zur automatischen Erfassung der Ortungslaute von Fledermäusen (links)

 

Das kurzfristige Ziel des Projektes ist der Aufbau eines bioakustischen Messnetzes im Freistaat mit bis zu 5 repräsentativen Stationen. Bereits seit 2013 läuft das Monitoring an der Vereinigten Mulde bei Golzern. In den Jahren 2016 und 2017 konnten zwei weitere Stationen an der Elbe bei Zehren und der Freiberger Mulde bei Nossen eingerichtet werden.

Die Anlagen werden in Zusammenarbeit von der BfUL und hochfrequent betrieben. Unser Büro hat in diesem Projekt vor allem zur Standortwahl beraten, die Einrichtung der Erfassungsgeräte übernommen und eine Standardprozedur zur Aufbereitung und Auswertung erarbeitet. Mit der stetig wachsenden Datenmenge verschiebt sich der Fokus nunmehr auf die Aus- und Bewertung der Ergebnisse. So testen wir aktuell geeignete Indices zur einfachen Beschreibung von Jahres- und Standortunterschieden. Zudem sollen nunmehr Modelle zur Beschreibung und – wenn möglich – Vorhersage von Fledermausaktivitäten als Basis zukünftiger statistischer Trendanalysen entwickelt werden.

 

Beispiel zur quantitativen Auswertung – Fledermausaktivitäten im Standortvergleich